Social Media und der Datenschutz
Foto: © Gerd Altmann / pixelio.de

Da sind wir nun im neuen Jahr 2012 und ich hoffe, dass Sie allesamt – wie auch ich – gut hineingerutscht sind und neue Kraft und Energie tanken konnten.

Mit meinem ersten Artikel im neuen Jahr möchte ich auf eine sehr wichtige Thematik – gerade im Internetmarketing – eingehen, die im Ganzen schon fast ein alter Hut ist, aber seit einigen Wochen wieder umso wichtiger geworden war.

Es geht mal wieder um den Datenschutz der großen Social-Media-Plattformen. Die zugegebenermaßen recht provokante und sicher nicht ganz ernst gemeinte Headline macht aber deutlich, dass es zumindest mich langsam eigentlich nur noch nervt.

Nicht weil ich den Datenschutz nicht für wichtig erachte – ganz im Gegenteil – sondern weil ich endlich auf klare Fakten und Ansagen warte und nicht immer auf dieses (sorry) „Herumgeeiere“ einiger Verantwortlicher.

Nachdem es um die auch schon fast ellenlange Diskussion um Google Analytics und dessen Verstoß gegen den Datenschutz scheinbar ruhig geworden ist, nachdem durch einen kleinen Code-Schnipsel einfach die Übersendung der User-IP unterdrückt werden kann, scheinen sich diverse Datenschützer nun gezielt die großen Social Media vorgeknöpft zu haben.

Schon in den letzten Wochen wurde bekannt und dann wieder einmal heiß darüber diskutiert, dass nach Ansicht des sog. Düsseldorfer Kreis nun auch die Verwendung von Social-Media-Plug-Ins datenschutzwidrig und daher verboten sei.

In einem Zusammenschluss zwischen dem Düsseldorfer Kreis und den deutschen Datenschutz-Aufsichtsbehörden, gab es dann auch Anfang Dezember prompt eine Stellungnahme, in der festgestellt wurde, dass der Betreiber einer Website, der solche Plu-Ins einbindet, zumindest mit verantwortlich sei.

Facebook, Google Plus, Twitter… – alles illegal?

Schon in einem älteren Artikel vor einiger Zeit hier, stellte ich schon die provokante Frage, ob Facebook & Co illegal seien. Natürlich sind diese sozialen Netzwerke nicht illegal, doch glaubt man nun den entsprechenden Ausführungen und der oben genannten Stellungnahme, so kann man zum Entschluss kommen, dass zumindest die Plug-Ins selbst rechtswidrig sind.

Auch wenn die Stellungnahme keine konkreten Namen bzw. Netzwerke nennt, so ist absolut deutlich, wer damit gemeint ist, zumal sich diverse Datenschützer schon gefühlte Ewigkeiten besonders auf Facebook eingeschossen hatten.

Dabei geht es hier vor allem um den Like-Button von Facebook, aber eben auch um ähnliche Social-Media-Plug-Ins wie etwa den Google-Plus-Button, Twitter-Tweet-Button usw.). Im Kern geht es im Prinzip um alle Arten von Buttons und Plug-Ins, die schon vor dem Klick darauf verschiedene Daten des Nutzers erheben.

Verlinken von Facebook & Co bereits rechtswidrig?

Das pure Verlinken auf Plattformen wie Facebook & Co soll bereits gegen den Datenschutz verstoßen, wenn der Betreiber der entsprechend verlinkenden Website den User nicht vorher darüber unterrichtet, dass und vor allem welche Daten dort gesammelt und ausgewertet werden.

Das klingt erst einmal vollkommen blödsinnig, ist jedoch zumindest Ansicht des Düsseldorfer Kreises und den Aufsichtsbehörden. Da man als Website-Betreiber, Blogger usw. wohl kaum wirklich nachvollziehen und daher wissen kann, welche Daten genau von den sozialen Netzwerken gesammelt werden, kann man einer ausreichenden Unterrichtung hier überhaupt nicht nachkommen.

Wenn man bedenkt, dass neben den normalen Buttons auch diverse andere Plug-Ins und sog. Widgets für soziale Netzwerke im Einsatz sind oder sein können, verliert man als Laie im Datenschutzrecht hier schnell den Überblick.

Alles Panikmache und nichts dahinter?

Wenn solche Diskussionen aufkommen, dann heißt es nicht selten immer gleich, dass das doch alles nur Panikmache sei und man sich daher eigentlich keine Sorgen zu machen braucht. Fakt ist aber, dass man vor allem mit dem „Bundesländer-Argument“ hier in Deutschland nicht mehr unbedingt kommen kann.

Da es bei dieser Stellungnahme hier nicht mehr nur um die Ansicht eines Bundeslandes geht, sondern die obersten Datenschützer aus anderen Ländern sich nun den bereits vorher geäußerten Ansichten des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (ULD) aus Schleswig-Holstein anschließen, scheint es in der Tat ernster zu sein, als man nun erst einmal glaubt.

Natürlich gibt es im konkreten Bezug auf die Verwendung von Social-Media-Buttons noch keine rechtskräftigen gesetzt, Fakt ist aber auch, dass der ULD aus Schleswig bereits aktiv vor allem gegen die Verwendung von Like-Buttons von Facebook vorgeht und diesbezüglich rechtliche Schritte einleitet.

Bisherige Datenschutzerklärungen unwirksam

Bisher hieß es von verschiedenen Quellen, entsprechende Datenschutzerklärungen im Impressum usw. seien ein sicherer Schutz vor Abmahnungen. Solche Muster-Datenschutzerklärungen konnten Betreiber von Websites für sich nutzen und hofften somit darauf, dieses Problem gelöst zu haben.

Doch alle diese Datenschutzerklärungen sind ebenfalls unwirksam, da die Buttons und Plug-Ins entsprechende Daten bereits beim Besuch der Website erheben und daher eine Aufklärung in den Datenschutzerklärungen sinnlos machen.

Solche Datenschutzerklärungen seien nur dann rechtswirksam, wenn der Besucher vor Aktivierung solcher Buttons umfänglich darüber aufgeklärt würde, dass Daten erhoben werden und vor allem auch welche.

Das schildert u.a. auch der Rechtsanwalt Dr. Bahr auf der Website der Kanzlei in einem ausführlichen Artikel zur Situation. Dabei macht er auch deutlich, dass sog. 2-Klick-Buttons für Facebook usw., die beispielsweise auf den Websites von heise.de oder auch dem SWR Anwendung finden, nicht wirklich datenschutzkonform sind, weil es eben auch hier an der Aufklärung fehlt, welche Daten erhoben werden.

Was kann man als Website-Betreiber tun?

Da ich kein Anwalt bin und dieser Artikel alles andere als eine Rechtsberatung ist, kann auch ich nur sagen, dass ich nicht zwingend weiß, was man in dieser Situation tun kann. Fakt ist aus meiner Sicht nur, dass man als Betreiber einer Website oder als Blogger eigentlich aktuell nur zwei Möglichkeiten hat:

Entweder man sieht das alles nicht so eng und lässt alles drauf – dann begibt man sich wohl immer mehr auf dünnes Eis – oder man handelt und entfernt alles Social-Media-Plug-Ins, um auf Nummer sicher zu gehen.

Ich persönlich sehe soziale Netzwerke, wie Facebook, Google Plus & Co als hervorragende Möglichkeiten, neue Kunden, Interessenten und auch allgemeine Kontakte zu finden. Daher ist Social Media unverzichtbar, wenn man im Internet wirklich erfolgreich Geld verdienen möchte.

Angesichts dessen, dass innerhalb von Facebook und anderen sozialen Plattformen nun auch mehr oder weniger vorgeschrieben wird, dass auch dort ein Impressum integriert werden muss, könnte man sich im ersten Moment tatsächlich die Frage stellen, ob es überhaupt noch Sinn macht, Social Media zu nutzen.

Meiner Meinung nach absolut, denn wie überall im Leben, gibt es auch hier einfach bestimmte Regeln, an die man sich halten muss und wenn man besonders im Bezug auf die Offenheit eines Impressums nichts zu verstecken hat, dann sollte das auch absolut kein Problem darstellen.

Anders sieht es aus meiner Sicht bei der Problematik mit den Buttons und Plug-Ins aus. Ich persönlich lebe exakt das vor, was ich u.a. hier meinen Lesern immer wieder ans Herz lege. Ich mache mich so gut es geht vollkommen unabhängig von Facebook & Co.

Fazit und meine Sicht der Dinge

Natürlich versuche ich das gewaltige Potential dieser Netzwerke für mein Business zu nutzen, doch man muss sich sofort unabhängig davon machen – in allen Belangen. Deshalb sehe ich der ganzen Thematik auch eher gelassen entgegen und bin gespannt, was kommt.

Denn eines ist auch klar: Viele sehen die ganze Sache viel zu ernst, wenn man bedenkt, dass es hier nicht darum geht, Facebook, Google Plus oder Twitter zu verbieten, sondern um mehr Datenschutz und die entsprechenden Plug-Ins.

Auch weiterhin kann erfolgreich und ausgiebig Marketing in den sozialen Netzwerken betrieben werden und es stellt sich hier für mich eigentlich nur eine Frage: Braucht man dafür zwingend diverse Plug-Ins?

Ich für meinen Teil habe beschlossen, dass mich die ganze Diskussion darüber langsam nur noch nervt. Deshalb werde ich in nächster Zeit die meisten Plug-Ins, Buttons und Widgets wohl entfernen, weil deren Wegfall mir zum einen keinen Abbricht und zum anderen ist es mir das Ganze überhaupt nicht wert.

Auf meiner Info-Seite habe ich die meisten Widgets zum Thema Social Media bereits entfernt und werde schauen, inwiefern ich künftig noch handeln werde.

Da es bzgl. des Datenschutzes auch beim Anti-Spam-Plug-In „Akismet“ immer wieder Diskussionen gab, werde ich in den nächsten Wochen auch hier umsteigen und werde nach noch einigen ausstehenden Tests vermutlich komplett auf das Plugin „Anti-Spam-Bee“ von Sergej Müller umsteigen.

Fakt ist aber auch, dass ich auch weiterhin selbstverständlich im Social Media aktiv sein werde, weil es wohl eine der effektivsten Möglichkeiten fürs Internet-Business ist und daher empfehle ich auch jedem anderen weiterhin dies für sich zu nutzen.

Denn am lautesten werden wohl nur wieder diejenigen schreien, die sich die ganze Zeit fast ausschließlich auf Social Media konzentriert hatten, ohne darauf zu achten, sich frühzeitig unabhängig zu machen.

Viele wissen zwar um das enorme Potential von Facebook & Co, doch meiner Meinung nach gehen diese User einfach den falschen Weg: Natürlich kann ein Like-Button einen enormen viralen Effekt auslösen, um so neue User über Social Media zu gewinnen.

Aber das Kernziel eines jeden Internetunternehmers sollte nicht sein, Traffic durch diverse Social-Media-Plug-Ins und Widgets in Facebook & Co zu ziehen, sondern eben aus diesen heraus auf die eigene Website!

Da sehr viele Plug-Ins und Widgets (z.B. für Blogs) eher die Aufgabe haben, eine Fanseite etc. außerhalb des Social Media bekannt zu machen, gehen sie damit vollkommen am eigentlichen Ziel vorbei und bringen wenig.

Wer diese Widgets sieht, der befindet sich doch bereits auf Ihrem Blog und kennt Sie. Diesen Besucher brauchen Sie nicht mehr für sich zu gewinnen. Inwiefern Sie innerhalb des Social Media nun spezielle Marketing-Aktivitäten betreiben, ist hierfür erst einmal nebensächlich bis irrelevant.

Sollte sich in diesem Bereich rechtlich gesehen bzgl. des Datenschutzes in Zukunft tatschlich deutlich mehr tun, wird bei einigen wohl ein großer Knall erfolgen…


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