Vor etwa einem dreiviertel Jahr hatte ich Ihnen hier im Blog einen Gastartikel von Armin Schweinfurth über Webinare und deren generelles Potential im Online-Business vorgestellt.

Heute präsentiere ich Ihnen im Rahmen des „Gastartikel-Marathons“ einen weiteren Gastartikel über Webinare, der sich jedoch vielmehr mit der Art und Weise beschäftigt und wie wichtige Erkenntnisse sowie Regeln aus dem Bereich klassischer Seminare in die Materie der Webinare übernommen werden können.

Es gibt Menschen, die Seminare wie auch Webinare stinklangweilig finden, während andere aus nahezu jedes Webinar oder Seminar mit strahlendem Gesicht verlassen, weil es zum einen wieder einmal extrem viel Spaß gemacht hat, man aber vor allem auch wieder sehr viele neue Erkenntnisse mitnehmen konnte.

Der entscheidende Unterschied zwischen langweiligen und kurzweiligen Veranstaltungen liegt in der Art und Wiese, wie diese präsentiert werden und wie ich hier immer wieder betone, ist es wichtig, bestimmte Dinge auch einmal aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, um dabei unterschiedliche Ansichtsweisen in Betracht ziehen zu können.

Daher freue ich mich heute auf einen Gastartikel von Rüdiger Vogel, der sich dieser Thematik aus seiner Erfahrung als Rhetorik-Trainer heraus annehmen wird…

Webinare mit maximaler Wirkung (1)

Rüdiger Vogel über Webinare und ihre WirkungIn den modernen Zeiten gehört das Internet immer mehr zum Lebensinhalt vieler Menschen – kein Wunder also, dass Seminare nun auch hier ihre Anwendung in Form eines Webinars finden. Doch auch wenn viele Präsentationstechniken von den herkömmlichen Seminaren einfach übernommen werden können, stellt ein Webinar durch seine Umstände doch auch besondere Anforderungen an den Moderator.

Mein Name ist Rüdiger Vogel, ich bin Rhetoriktrainer und führe Rhetorikseminare und Präsentationstrainings durch.

Da ich in letzter Zeit immer häufiger selbst Teilnehmer an Webinaren bin, habe ich mir die Frage gestellt, welche der Regeln, die für gute Präsentationen gelten, auch für Webinare übertragbar sind, und vor allem, wie diese Regeln angepasst werden müssten. Tatsache ist: 84% aller Präsentationen sind stinklangweilig, so langweilig, dass die Teilnehmer am liebsten einschlafen würden, das haben Studien belegt.

Wie sieht das mit Webinaren aus? Meine eigenen Erfahrungen bestätigen zumindest einen sehr deutlichen Qualitätsunterschied. Und eines ist ja wohl klar: Je mehr es Ihnen gelingt, Ihre Zuhörer in einem Webinar zu fesseln, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer guten bis sehr guten Conversion im Anschluss an das Webinar.

Die Herausforderung Webinar

Gründe für das Abhalten eines Webinares gibt es beinahe so viele wie geeignete Themen. Ganz klar ist einer davon natürlich die Erreichbarkeit der Teilnehmer – denn hier können die eigenen Fähigkeiten und das Wissen jedem zugänglich gemacht werden, der im Besitz eines Internetanschlusses ist und Interesse an dem jeweiligen Themenbereich hat.

Neben der hier fehlenden regionalen Begrenzung kommt es noch hinzu, dass auch die Teilnehmerzahl schier unbegrenzt ist – nicht selten erlebt man Webinare mit mehreren 100 Teilnehmern – und nicht von der Rahmenbedingung Größe des Seminarraumes abhängig ist. Und damit sind wir auch schon beim nächsten Grund für ein Webinar: man braucht gar keinen Seminarraum und kann sich hierdurch viel Zeit und eine ganze Menge an Kosten ersparen – die Tagungsräume und Tagungspauschalen die von Tagungshotels berechnet werden sind teilweise wirklich happig.

Und auch die Versorgung der Teilnehmer entfällt – statt selbst vor dem Seminar kistenweise Getränke heranzukarren, oder dies im Hotel teuer zu bezahlen, kann man sich ganz entspannt zurücklehnen und auf die Selbstversorgung der Teilnehmer vertrauen. Um nur einige Gründe für ein Webinar zu nennen…

Aber darum soll es hier schließlich auch gar nicht gehen, denn neben den zahlreichen Vorteilen gibt es bei der Abhaltung eines Webinars auch besondere Herausforderungen, die an den Moderator gestellt werden. Ein Webinar ist nun mal kein Seminar und der entscheidende Faktor ist ganz klar, dass die persönliche Anwesenheit der Teilnehmer, aber auch die persönliche Anwesenheit des Referenten fehlt.

Dem einen mag dabei vielleicht das Herz aufgehen, denn nicht jedem liegt der direkte Kontakt zu den Teilnehmern, doch letztendlich stellt gerade dieser Punkt den Moderator auch vor eine große Schwierigkeit. Denn kann man die Teilnehmer nicht direkt anblicken und beurteilen, inwieweit diese das Mitgeteilte verstanden haben oder ob Fragen aufgekommen sind und dann dementsprechend darauf eingehen. Kurz gesagt: die Rückmeldung fehlt im ersten Augenblick.

Daneben leidet natürlich auch die persönliche Überzeugungskraft, denn schließlich büßt man hier als Moderator deutlich bei seiner Ausstrahlung ein. Und gerade dieser Punkt verlangt besondere Aufmerksamkeit und wie mir scheint besteht hier auch der größte Nachholbedarf. Warum? Nach meinem Eindruck wird in der Regel als gottgegeben akzeptiert, dass bei einem Webinar halt kein persönlicher Kontakt über die Stimme hinaus möglich ist.

Allerdings ist gerade dies einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren bei Präsentationen. Das Stichwort heißt Aufmerksamkeitsdivision. Bei Präsentationen besteht regelmäßig die Gefahr, dass sich der Vortragende zu sehr auf seine Powerpoint Präsentation verlässt und nicht versteht, dass die Überzeugungskraft letztendlich von ihm ausgeht. Und je mehr man die Aufmerksamkeit von sich weglenkt, desto schwieriger wird der Überzeugungsprozess.

Letztendlich kann die mangelnde Präsenz des Vortragenden dazu führen, dass die Teilnehmer nur schwer oder gar nicht überzeugt werden können. Von Motivation zum Handeln ist dann gar keine Rede mehr. Weil dies ein so wichtiger Punkt ist, sollte man aus meiner Sicht auch bei Webinaren darüber nachdenken, wie man einen noch persönlicheren Kontakt schaffen kann. Im nächsten Teil des Artikels werde ich einige Vorschläge dazu machen.

Ein weiteres Problem bei Webinaren besteht darin, dass die Aufmerksamkeitsspanne der Teilnehmer hier auch wesentlich kürzer als bei einem gewöhnlichen Seminar ist, weshalb die Gesamtdauer sowie auch der Einführungstext entsprechend kürzer gestaltet werden sollten. Auch wenn es zu dem speziellen Themenbereich viel zu sagen gibt – in der Kürze liegt die Würze, denn der beste Text nützt nichts, wenn die Teilnehmer sich zwischendurch selbst mit Kaffee versorgen oder andere Aktivitäten nebenbei beginnen.

In der Regel sollten die wichtigsten Themenbereiche in 1 Stunde, max. 90 Minuten zu besprechen sein. Hier gilt ein Spruch Martin Luthers: „Tritt frisch auf, mach’s Maul auf, hör bald auf.“

  • Wie kann man nun alles wichtige in dieser kurzen Zeit besprechen?
  • Wie lässt sich der mangelnde persönliche Kontakt ersetzen?
  • Welche Regeln für eine gute Präsentation lassen sich auf ein Webinar anwenden und welche nicht?
  • Was sind die wichtigsten Regeln für ein gutes Webinar?
  • Und worauf kommt es speziell in der Einleitung und noch wichtiger am Schluss an?

Diese und noch weitere Fragen werden im nächsten Teil des Artikels behandelt.

Über den Autor

Rüdiger Vogel ist selbstständiger Rhetorik-Trainer und führt Rhetorik-Seminare in ganz Deutschland durch und konzentriert sich dabei sohl auf sog. Offene Trainings, bei denen sich der Teilnehmer anmelden kann, als auch auf firmenexklusive Inhouse Seminare. Dabei möchte er besonders das lockere und gut strukturierte Training sowie die Herzlichkeit und positive Art des Trainings hervorheben, vermitteln und vor allem auch vorleben.


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