Wenn man eine bestimmte Sache eine längere Zeit lang macht, dann sollte man zwischendurch immer mal eine Art Zwischenfazit ziehen und sich die Frage stellen “Läuft das Ganze noch in die richtige Richtung oder muss ggf. etwas verändert werden?” Und so eben auch beim Bloggen, wie ich es bereits im vorigen Jahr getan hatte:

Ende 2011 hatte ich hier bereits angekündigt, meinem Blog eine etwas andere Ausrichtung zu geben, hatte dies jedoch nicht genauer definiert oder erklärt, was ich damit meine. Jetzt in 2012 habe ich es jedoch knallhart durchgezogen und aufmerksame Leser haben das natürlich sofort erkannt: Weniger negativ-kritische Artikel, weniger kontroverse Beiträge und eher informative oder themenbezogene Artikel.

Meine Ankündigung, öfter und in kürzeren Abständen zu posten, konnte ich allerdings nicht einhalten, aber auch das ist für mich völlig in Ordnung. Warum der “Wandel” und was dahinter steckt, möchte ich in diesem Artikel erläutern. Ja, und es wird heute auch mal wieder etwas länger, was es auch schon länger nicht mehr in der Form hier gab.

Warum wird/wurde nicht häufiger gepostet?

Gerne hört und liest man von Bloggern, dass es wichtig sei, so oft wie möglich zu bloggen, um die Leser bei Laune zu halten. Das ist aber nur sehr bedingt richtig, denn Fakt ist, dass es fast völlig egal ist, wie häufig neue Artikel auf einem Blog erscheinen, solange der Leser den Blog lesen möchte.

Denn schließlich gibt es heute Feedreader, die einen bei neuen Beiträgen sofort benachrichtigen und man so nichts mehr verpasst. Und im Gegenteil: Zumindest ich persönlich habe mich als Leser von Blogs schon öfter dabei ertappt, dass es mir mit der Zeit teilweise richtig auf den Wecker ging, wenn der Feadreader gefühlt jede Stunde beim selben Blog einen neuen Beitrag ausspuckte und man jedes Mal von der Arbeit abgelenkt wurde, um zu sehen, dass eigentlich nur schon wieder die gleiche “Artikel-Wiederholung” zu lesen war.

Ok., jetzt könnte man sagen “Dann schmeiß den Blog doch einfach aus dem Feadreader raus, dann ist Ruhe…” – Das stimmt, aber dass man von der Häufigkeit eines Blogs manchmal genervt ist, bedeutet ja nicht, dass er grundsätzlich schlecht ist und… – Sie wissen schon 🙂

Was ich jedenfalls damit ausdrücken möchte ist, dass – wie so oft – weniger einfach meist mehr ist und dann kommt halt lieber mal seltener ein neuer Artikel, dafür aber was Neues und nicht immer wieder – fast schon Zwanghaft – die gleichen Artikel-Aufmacher an Tag X.

Und angesichts dessen, hatte ich mich dann dazu entschlossen, meine bisherige Frequenz mehr oder weniger einzuhalten und die übrige Zeit lieber in den Support, die Entwicklung neuer Projekte/Produkte und natürlich Freizeit zu stecken.

Warum weniger kritische und kontroverse Beiträge?

Wissen Sie, reine Blogger leben von Ihren Lesern, deren Interaktion und auch Kommentaren – vielleicht auch Diskussionen (später mehr dazu). Denn schließlich will man ja, dass das Geschriebene auch jemand liest, klar. Als Internetunternehmer, der eben auch bloggt, aber nicht nur, muss man sich aber eher auch die Frage stellen, wieso man eigentlich bloggt:

Und so nüchtern es klingen mag, muss man zugeben: Man tut es, um Geld zu verdienen – nicht mehr und nicht weniger. Dass das nur mit hochwertigem Content geht und dass man seinen Lesern auch etwas bieten muss, steht außer Frage! Aber hochwertiger Content bedeutet nun mal nicht zwangsläufig kontroverse sowie kritische Artikel – im Gegenteil…

Besonders in der Anfangszeit dieses Blogs veröffentlichte ich hier recht viele negativ-kritische und/oder kontroverse Beiträge. Zum einen natürlich, um den Blog an sich etwas zu puschen, um ihn vernünftig aus den Startlöschern zu bekommen und zum anderen vor allem aber, weil ich der Meinung war, dass es wichtig ist, den Leuten zu zeigen, dass man im Internet wirklich sehr viel Geld verdienen kann, man aber deshalb noch lange nicht alles “beklatschen” muss, was so aufgetischt wird, denn nicht alles führt auch zum Ziel.

Der Meinung bin ich natürlich immer noch und sicherlich wird es auch zukünftig den ein oder anderen kritischen Artikel geben, der auch gerne kontrovers diskutiert werden darf, jedoch werden es nicht mehr so viele sein, wie vielleicht noch im letzten Jahr.

Gründe für meine Entscheidung gibt es einige, doch es gibt bestimmte, die ich im Folgenden gerne näher durchleuchten werde, denn diese sollen auch mal aufzeigen, dass sich einige Leser und Blogger gleichermaßen, jeweils einmal aus individueller Sicht hinterfragen sollten, ob das was sie tun, wirklich das ist, was (für sich) zielführend ist.

Falsche Zielgruppe, falsches Verständnis und gescheiterte Neuversuche

Kritische Artikel sorgen immer für viel Gesprächsstoff, der im Normalfall in kontroversen Diskussionen mündet – und besonders auf Blogs somit zu mehr oder weniger vielen Kommentaren. Allgemein heißt es gerne, dass Kommentare einen Blog beleben, ihm eine gewisse User-Interaktion verleihen und wenn auf dem Blog viel los ist, dann freut sich der Blogger, denn dieser lebt von vielen Kommentaren…

Aber auch das ist nur sehr begrenzt richtig: Natürlich freut sich ein Blogger über (viele) Kommentare im Blog, doch was am Ende zählt, ist das – ob man will oder nicht – was unterm Strich dabei heraus kommt und das muss bei vielen Kommentaren eben nicht zwangsläufig so sein und da muss sich jeder kommerzielle Blogger hinterfragen, der mit seinem Blog auch tatsächlich Geld verdienen möchte.

Besonders negativ-kritische Artikel ziehen gerne auch ein “Publikum” an, das man eigentlich nicht haben möchte: Sehr häufig sehen sog. Trolle, Opponenten und Denunzianten solche Artikel als eine Art Plattform, ihrem Frust freien Lauf zu lassen und meinen, sich mit destruktiven und völlig sinnfreien Kommentaren profilieren zu müssen.

Doch das hilft niemandem weiter und schon gar nicht den Menschen, die sich auf einem Blog wirklich konstruktiv einbringen möchten und auch vor allem lernen wollen.

Davon abgesehen gibt es aber auch immer wieder Menschen, die bestimmte Artikel und die darin enthaltene Kritik einfach nicht (richtig) verstehen und daher erst recht glauben, jetzt auch mal erst recht “draufhauen” zu müssen oder sich sogar selbst grundlos angegriffen fühlen. Und das führt dann zu Missverständnissen, die im Endeffekt niemand braucht.

Ein gutes Beispiel dafür war damals mein Artikel über die Spam-Gefahr für normale Nutzer, die glauben, es sei effektiv und legal, sich in eine Liste einzutragen und dem Empfänger per Autoantwort regelmäßig Werbung zuzuschicken… Ein Artikel der helfen und warnen sollte, wurde von einigen Nutzern derart missverstanden, dass ich Reaktionen bekam, bei denen ich nur den Kopf schütteln musste, was ich auch in einem Folge-Artikel dazu ausführte.

Das Problem dabei: Viele bellende – da getroffene – “Hunde” meldeten sich zu Wort und wen man dem Ganzen etwas intensiver nachging, dann stellte man fest, dass es die waren, die es mit Spam sowieso nicht genau nehmen und die ganz genau wussten, was sie da machen.

Denn diejenigen, die das wirklich aus Unwissenheit taten, die bedankten sich sogar bei mir dafür, dass ich sie vor Problemen bewahrte und diesen Artikel brachte. Wie dem auch sei, dieser Artikel ist eben ein gutes Beispiel dafür, dass so etwas eben nicht immer richtig verstanden wird.

Kontroverse Artikel vs. Informative Artikel

Wie oben bereits angesprochen, bringen besonders kontroverse Artikel viele Kommentare und weitläufig kursiert ja die Meinung, dass eben genau diese einen Blog ausmachen. Das mag für reine Blogger so sein, die darauf aus sind, möglichst viele Kommentare zu bekommen – vielleicht aus Eitelkeit, Bestätigung fürs eigene Tun – wie auch immer.

Tatsache ist, dass durch viele Kommentare aufgrund kritischer Artikel natürlich Diskussionen entstehen. Das zieht Leser an, sorgt für mehr Kommentare zum jeweiligen Artikel und es wird untereinander interagiert etc.

Fakt ist aber auch, dass von, durch und mit Kommentaren noch niemand Geld verdient hat! Grund dafür ist der, dass die Leser sich meist völlig in diesen Diskussionen verlieren, je nach Thema untereinander an die “Gurgel” gehen oder plötzlich völlig vom Thema abweichen und irgendwelche Fragen stellen zu Dingen, die weder zum Artikel passen, noch überhaupt zum Thema des gesamten Blogs – und genau das hilft niemandem weiter, wenn es darum geht, zu lernen bzw. sich zu einem bestimmten Thema (Blog-Thema) zu informieren.

Und genau das ist der Kern des Ganzen: Natürlich sind Diskussionen zu kontroversen Artikeln sehr gewünscht, auch (viele) Kommentare, und das ist ja auch gut so. Doch es muss eben die Abwechslung da sein, sollte keine Dauerhaftigkeit haben, denn dann ufert das zwangsläufig aus. Blogs sind keine Diskussionsforen, sondern Informationsquellen, Kommunikationsmittel zwischen Blogger und Leser – aber eben kein Forum und das vergessen viele Blogger.

Es gibt allerdings Blogger, die genau das erkannt haben und mögliche Diskussionen ins eigene (externe) Forum auslagern. Doch das wäre jetzt für mich persönlich ehrlich gesagt kein Thema, weil es für mich nicht rentabel wäre, weil ich dafür schlichtweg keine Zeit habe bzw. haben will. 😉

Auch das verstehen sicherlich wieder einige falsch, aber ich möchte schildern, um was es genau geht: Denn was passiert bei informativen Artikeln?

Der Leser besucht den Blog, landet auf dem entsprechenden Artikel. Er liest ihn, weil er sich für das Thema interessiert und klickt dann entweder auf einen weiterführenden Link innerhalb des Artikels (Das hat ja i.d.R. irgendwas mit dem Blogger zu tun) oder er findet am Ende die Rubrik “Weiterführende/Ähnliche Artikel” und klickt einen oder mehrere davon an.

Dort liest er dann den weiteren passenden Artikel und das Spiel beginnt von Neuem, bis der Leser keine Lust mehr hat oder am Ziel seiner “Suche” angelangt ist. DAS IST INTERAKTION – Interaktion, die allen weiterhilft: Dem Leser, der sich umfassend informieren kann (auch außerhalb des aktuellen Blogs) und dem Blogger, der damit auch Geld verdient, weil sich die Leser auch mit den Inhalten beschäftigen, statt sich auf eine starre Diskussion zu konzentrieren.

Und nur so sind auch ein längerer Verbleib auf dem Blog und eine echte Interaktion möglich. Dank sinnvoller und guter Plug-Ins sehe ich doch als Blogger, nach was meine Leser suchen, was Sie lesen möchten, was an Themen fehlt, da nicht gefunden, wie diese interagieren – und vor allem die Anzahl realer und wiederkehrender Besucher und die Verweildauer pro Artikel…

Fazit und Zusammenfassung

Mein Blog soll ein zusätzlicher Informations-Kanal für meine Leser und Kunden sein, die Interesse, Lust und Motivation haben, zu lernen und sich ein eigenes Online-Business aufzubauen – ohne Ablenkung durch Nebensächlichkeiten.

Kritische und kontroverse Artikel sind ab und an gut und sinnvoll – machen auch Spaß und schaffen Abwechslung – nutzen sich jedoch mit der Zeit ab. Das sieht man ja hier und da, wenn bestimmte Blogger nicht mehr wissen, über was sie schreiben sollen, dann wird halt aus einer Mücke ein Elefant gemacht, sich etwas aus den Fingern gezogen oder ein eigentlich nicht vorhandenes “Problem” gebaut, anstatt sich selbst einzugestehen, dass das Ganze nicht zielführend ist – vor allem nicht für sich selbst.

Weniger ist eben fast immer wieder mehr – in jeder Hinsicht – doch es gibt Blogs, die posten mit aller Gewalt jeden Tag und manchmal sogar mehrmals täglich. Solange man hier jederzeit hochwertige Artikel bringen kann, dann ist das ja super und davor habe ich auch großen Respekt.

Doch das sind eben dann meist reine Blogger und wer im Internet aber wirklich Geld verdienen möchte, der muss andere Prioritäten setzen, was die Häufigkeit und Ausrichtung von Inhalten betrifft – und da sind 2-3 Artikel pro Woche schon verdammt viel…

6 Gedanken zu „Jahresabschluss 2012: Die angekündigte neue Ausrichtung des Blogs, falsche Zielgruppen und das Leid der Kontroverse“
  1. Hallo Alexander,

    vielen Dank für diesen sehr guten Artikel. Mache weiter so wie bisher. Freue mich auf viele weitere interessante Artikel.

    Viele Grüße

    Stefan Weigel

  2. Das mit den Kommentaren/Zielgruppen ist eine gute Beobachtung. Wenn man wirklich Geld verdienen will muss man i.d.R. tatsächlich über entsprechende Themen schreiben, bei denen der Besucher dann schon direkt mit Kaufabsicht o.ä. auf die Seite kommt.

    Ein anderer Weg wäre dann durch für die Blogosphäre (und nicht oben beschriebene “Zielgruppe”) kontroverse Artikel links anziehen zu wollen und dann – böse böse – Backlinks auf der so in Googles Augen wervollen Seite zu vermieten. Aber mit der ersten Taktik verdient man wohl mehr.

  3. Interessanter Beitrag, in vielerlei Hinsicht.

    Ehrlich gesagt fand ich deine provokanteren Beiträge manchmal nicht so durchdacht, die Kritik setzte meiner Meinung nach teils an der falschen, aber provokant wirkenden Stelle an. Habe dann aber meist nichts dazu geschrieben, weil es mir nicht so wichtig war.

    Kontroverser Diskussionen bin ich andernorts überdrüssig geworden, wo die Leute enger aufeinander hocken als hier und sich womöglich irgendwelche Lager bilden, denen man dann auch zugeordnet wird, egal ob es passt oder nicht.

  4. Hallo Alexander,

    ich finde es super mal deine persönliche Meinung kennen zu lernen. Ich blogge auch sehr gern und finde, das Informationen wichtiger als kontroverse Diskussionen sind. So versuche ich auf meinen Blogs meinen Lesern weiter zu helfen und neue interessante Informationen zu liefern.

    Mit freundlichen Grüßen

    Armin

  5. Hallo Alexander,

    ich finde den Artikel auch gut von Dir geschrieben und stimme Dir da vollkommen zu, dass Qualität der Artikel vor Quantität geht. Ein gutes Beispiel ist die Seite http://www.digitale-infoprodukte.de von Tobias Knoof.
    Das ist wirklich hochwertiger Content und damit lässt sich auf Dauer auch Vertrauen bei den Lesern gewinnen, das die zu kaufenden Produkte auch das halten, was sie versprechen.
    Beste Grüße

    Carsten

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