Einkauf und Verkauf innerhalb der Europäischen WirtschaftsgemeinschaftMit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft hatte man neben der Sicherung des Friedens, vor allem auch einen florierenden und leistungsfähigen Binnenmarkt im Sinne. Später mit Abschaffung der Zölle und anderen Barrieren wollte man allen Mitgliedsstaaten Zugang zu einem großen, gemeinschaftlichen Markt ermöglichen.

Man sollte meinen, dass all das der Schlüssel für unkomplizierten und schnellen Wachstum vor allem für Online-Händler sein würde. Denn schließlich ist das Internet sowieso schon frei von Zöllen, Ländergrenzen usw. – fehlte also nur noch die Möglichkeit, auch die eigentliche Waren sehr viel unkomplizierter von einem EU-Land ins andere bewegen zu können.

Doch trotz des Wegfalls vieler Barrieren und der fortgeschrittenen Harmonisierung innerhalb der EU und deren Wirtschaftsgemeinschaft, üben sich vor allem die meisten Online-Händler noch sehr in Zurückhaltung, was den Ein- und Verkauf innerhalb der Europäischen Union betrifft. Gründe dafür gibt es viele…

Eine Studie der EU Kommission untersuchte das Verhalten bzw. die Gewohnheiten europäischer Online-Händler in diesem Zusammenhang und kam dabei zu dem Ergebnis, dass zum Beispiel mehr als 60% der Händler nicht bereit waren, ihre Produkte ins Ausland zu versenden.

Gilt die Internet-Branche und demnach auch der Internethandel generell als sehr zukunftsaffin und immer am neuesten Stand der Technik und des Fortschritts interessiert sowie orientiert, scheint die Zeit hier bei den meisten Akteuren stehen geblieben zu sein.

Gründe dafür sind oftmals einfach sprachliche Barrieren, aber auch kulturelle Hürden. Dabei sind Online-Händler nicht selten verunsichert, wie Sie beispielsweise mit Kunden, Geschäftspartnern oder auch Lieferanten im Ausland am besten kommunizieren. Hier spielen unterschiedliche Gewohnheiten, Handhabungen usw. eine sehr entscheidende Rolle.

Man stellt sich dabei immer wieder Fragen, wie zum Beispiel: Wie trete ich gegenüber einem Geschäftspartner in Land X auf, ohne diesen möglicherweise zu beleidigen oder ohne, dass mich dieser missversteht usw.

Neben diesen kulturellen und gesellschaftlichen Hürden spielen aber trotz eines gemeinsamen Binnenmarktes immer noch Thematiken wie unterschiedliche Steuersätze, individuelle gesetzliche Bestimmungen usw. Richten Online-Händler ihre Versandlogistik somit international aus, befürchten viele davon hohe Risiken und Kosten.

Dabei ist es eigentlich eine riesige Chance, sich mit seinen Produkten und Dienstleistungen gezielt auch für den gesamten europäischen Markt zu öffnen und damit zu beginnen, auch außerhalb Deutschlands in andere Mitgliedsstaaten der EU zu verkaufen – aber auch selbst Waren dort einzukaufen.

Um diesen Einstieg vor allem kleinen und mittelständigen Online-Händlern zu erleichtern und diese dazu zu ermutigen, sich den Herausforderungen des europaweiten Handels zu stellen, aber eben auch die zahlreichen Chancen und Möglichkeiten zu entdecken, die daraus zweifelsohne entstehen, beschäftigt sich die aktuelle Ausgabe von INTERNETHANDEL in seiner Titel-Story exakt mit dieser Thematik.

Das Magazin bringt interessierten Lesern das Thema grenzübergreifender Handel innerhalb der Europäischen Union näher und fokussiert dabei besonders den Handel übers Internet. Die aktuelle Ausgabe von INTERNETHANDEL greift dabei entscheidende Barrieren und Problemstellungen auf und zeigt dabei auf verständliche und nachvollziehbare Art und Weise verschiedene Lösungen auf.

Als Händler profitiert man hier in erster Linie nicht nur vom Verkauf seiner eigenen Produkte innerhalb der EU, sondern auch vom Wareneinkauf aus dem EU-Ausland. Gerade im Bezug auf die Beschaffungskosten, entstehen Online-Händlern hier unter Umständen enorme Vorteile, wenn er seine Waren nicht mehr nur ausschließlich aus Deutschland bezieht.

Darüber hinaus erklärt das Magazin in seiner neuesten Ausgabe, wie Sie sprachliche Hürden meistern, wie Sie Ihre Angebote von Anfang an rechtssicher gestalten und wie Sie optimal mit ausländischen Geschäftspartnern kommunizieren.

Neben diesen und weiteren sehr interessanten, aber natürlich auch hochinformativen Thematiken, geht die Ausgabe zusätzlich darauf ein, wie Sie europäische Trendprodukte finden und diese besonders günstig einkaufen.

Hier geht es zur aktuellen Ausgabe des Magazins (mehr Infos)…

7 Gedanken zu „Einkauf und Verkauf in allen Mitgliedsstaaten der EU – Mehr als 60% der Händler sind nicht bereit!“
  1. Ich bin schon sehr gespannt auf den Tag dem eine Versand innerhalb der EU für Shop Betreiber Pflicht wird. Wenn das so ist, machen viele kleine Shops dicht und die Großen Shops haben viel zu tun um die Shop Systeme und die Prozesse (Versand, Retoure, Rechnungen, etc.) anzupassen. Da kommt eine ordentliche Welle auf uns zu.

    1. Hallo Michael!

      Vielen Dank für deinen Beitrag.

      Ich bin schon sehr gespannt auf den Tag dem eine Versand innerhalb der EU für Shop Betreiber Pflicht wird.

      Also ganz so eng würde ich das nicht sehen. Online-Händler sind immer noch Privatpersonen bw. Privatunternehmen. Und hier gilt (zumindest in Deuschland) ein sog. “Hausrecht”, das heißt man kann selbst entscheiden, welche Kunden man “bedienen” kann und möchte. Was ich damit sagen will ist, dass so eine Pflicht wohl nicht durchsetzbar wäre.

      Aber ich gebe dir Recht: Bei der EU muss man immer mit allem rechnen! *lach* 😀

  2. Gerade die kleinen und mittleren Shops haben ein großes Problem mit den entstehenden Versandkosten. So kann z.B. ein 5kg Paket bis zu 30,- Euro kosten. Macht der Kunde jetzt noch vom Widerrufsrecht gebrauch und der Shopbetreiber muss Hin- und Rückversandkosten übernehmen, wird die Sache unbezahlbar. Dazu kommen die vielen, verschiedenen Versandzonen innerhalb der EU. Ein Paket nach Mallorca ist z.B. günstiger, als ein Paket nach Formentera.
    Die möglichen Kosten sind somit kaum kalkulierbar und sicherlich muss man auch die Versandkosten subventionieren, damit ein Kunde im europäischen Ausland überhaupt kauft.

    1. Hallo Kay!

      Ja, das stimmt sicher und ist ein (weiterer) Grund dafür, warum vor allem Betreiber kleinerer Webshops zögern, ihre Reichweite europaweit ausubauen…. 😉

  3. Dazu ist mir ein interessanter Fakt aus meinem persönlichen Verhalten aufgefallen. Ich habe öfter Artikel aus dem nicht-EU Ausland (Amerika, Asien vor allem) gekauft, als aus EU-Ländern … genau genommen dürfte sich letzteres auf genau eine Bestellung aus GB belaufen in den letzten Jahren.
    Bin mir unsicher, woran das liegt. Sind es die Preise? Oder hinken die EU-Ländern in dieser Hinsicht einfach wieder der Welt hinterher und trauen sich zu diesem Schritt nicht?

  4. Ich kann es den Shopbetreibern wirklich nicht verübeln. Die Versandkosten sind so schon horrend und fressen die Umsätze auf, wenn dann noch internationale Versandkosten, plus die natürliche Retourenrate, dazukommen, sehe ich wirklich schwarz. So oft ich mich in kleineren Shops auch ärgere, dass kein Internationaler Versand angeboten wird, so sehr kann ich es als jemand aus der Branche auch nachvollziehen.

  5. Also ich denke mal das sich das oben angesprochene Problem mit der Zeit von selbst lösen wird. Grade dann wenn erst mal die Onlineunternehmen erkennen wie viel Pozenzial/Gewinn sie doch im Ausland machen können. Ein guter Bekannter von mir führt selber ein kleines Internetgeschäft mit dem Versenden von Waren. Sein nächstes Ziel ist es vermehrt im Ausland tätig zu werden.

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